Werner von Urslingen

Werner von Urslingen war ein aus Schwaben stammender Söldnerführer. Zusammen mit Rinaldo Giver genannt „il Malerba“ und Konrad Wirtinger von Landau genannt „Conte Landau“ gründete er unter dem Oberkommando des Lodvisio Visconti die Compagnia di San Giorgio, die aus Söldnern nördlich der Alpen bestand, welche von Mastino della Scala entlassen worden waren. Eine furchteinflößende Elitetruppe die nur 1339 von Azzone und Luchino Visconti besiegt wurde „Schlacht von Parabiagio“. 1342 gründete Werner von Urslingen die Grande Compagnia deren Kerntruppe aus 3000 jener deutschen Lanzenreiter (barbute) bestand, die im Dienste Pisas gegen Florenz um den Besitz von Lucca gekämpft hatten. Zum Unterschied zu anderen Söldnerkompanien agierte die Grande Compagnia unabhängig und planmäßig. Durch den Zustrom von neuen Söldnern vergrößert, verwüstete und plünderte sie Siena, Perugia, Bologna und verheerte die Romagnia (1342-43) bis sich die Markgrafen von Este und Gonzaga, Mastino della Scala, die Pepoli und die Visconti gegen sie verbündeten. Die Grande Compagnia schloß darauf hin mit der Koalition der Signorien Frieden, löste sich auf und ihre Mitglieder erhielten freien Abzug nach Deutschland.

Werner von Urslingen wurde von Obizzio d´Este als Gast aufgenommen und überschritt als letzter die Friaulischen Alpen. Auf seinen Brustpanzer prangten in silbernen Lettern die drohenden Worte: „Herzog Guarnieri, Herr der Gran Compagnia, Feind Gottes, des Erbarmens und des Mitleids“. 1347 erschien Werner wieder an der Spitze von 1500 „barbute“, an der Seite Ludwigs von Ungarn, der gegen das von Königin Johanna II regierte Königreich Neapel zog. 3 Jahre lang verwüstete er systematisch den Süden. Nachdem er vom Ungarn König entlassen worden war, verheerte er mit seinen Truppen den Anger Romanus, darauf hin wurde er von Königin Johanna II in Dienst genommen und ging schließlich wieder in den Dienst König Ludwigs über. Statt Waffenhilfe zu leisten, sah es Werner von Urslingen als vorteilhafter für sich und seine Leute an, die Signorien die ihn angeworben hatten zu erpressen und die Städte des Regnum zu plündern. 1350 begründete er mit Konrad Wirtinger von Landau und Frau Moriale die Grande Compagnia neu und führte sie gegen Nord Italien. Er stellte sich in den Dienst der Signorien der Romagnia gegen Clemens Vi, wechselte aber rasch die Seiten und kämpfte für den Papst gegen seine früheren Herren. Bevor er mit einem großen Vermögen endgültig in seine Heimat abzog, führte er noch in Venetien militärische Operationen durch (1351). Werner von Urslingen starb 1353 in Schwaben.

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